Der Fastenkalender
Unser Fastenkalender ist schon seit 1977 nicht nur in unserem Vikariat ein wichtiges Instrument der Bewusstseinsbildung zu einem "einfachen Lebensstil" geworden. Am Anfang stand der Wunsch von Bischof Florian Kuntner, den Menschen dafür einen Weg in kleinen Schritten zu eröffnen. Bei der Erstellung gilt es, den Grundgedanken der Nächstenliebe und des Teilens in verschiedener Art für die Fastenzeit aufzubereiten und die Spiritualität des bewussteren Lebens zu vermitteln.
Zum Fastenkalender
ER ist gekommen, damit wir das Leben in Fülle haben.
Im Angesicht der großen Dürrekatastrophe in Afrika
und dem unermesslichen menschlichen Leid, das
dadurch entsteht, stellt sich dem Betrachter sehr wohl
die Frage: Kam ER nicht auch für diese Menschen,
damit sie die Fülle haben?
Ja, ER kam auch für diese Menschen. Uns gab ER die
Fülle – aber nur, um sie gerecht aufzuteilen, und nicht,
um unsere Überfülle verkommen zu lassen. Mehr als
essen können wir nicht. Mehr als im Überfluss leben
können wir nicht. Mehr als uns im Überschwang
kleiden, im räumlichen Luxus leben und in allen technischen
Errungenschaften schwelgen können wir nicht.
Alle Schätze, die aus der Erde geborgen werden –
nicht nur Gold und Diamanten, auch Edelmetalle und
wertvolle Rohstoffe, Erdöl und Erdgas für unsere
Bequemlichkeit – gehören uns allen – auch jenen,
die für Hungerlöhne für uns die Erde schürfen, und jenen,
die vor der Dürre fliehen.
ER hat SEINE Fülle für alle gegeben. Wir müssen sie
aufteilen. Gerecht, wie es für SEINE Töchter und
Söhne würdig ist.
Mögen Ihnen die Texte Begleiter sein durch diese
Fastenzeit und Ihnen Denkanstöße geben, um Ihre
persönliche Fülle, die Sie von IHM erhalten haben,
zu erkennen.
Eine gute, vorösterliche Zeit in SEINER Fülle
wünscht Ihnen
Helga Anzenberger
Nachwort - Fastenkalender 2012
Die vorösterliche Zeit
ist durchschritten,
die Denkanstöße
von Aschermittwoch bis heute
haben uns verändert.
ER hat uns verändert.
Nun kommt die Fülle des Lebens,
die ER uns schenkt –
OSTERN:
mitgehen und mitfühlen,
wenn die Lippen sich zum Jubelruf öffnen,
weil sich erfüllt,
was verheißen ist.
Wer dem Auferstandenen begegnet,
der erlebt seine eigene Auferstehung
von Niedergeschlagenheit zur Hoffnung,
vom Dunkel zum Licht,
von Schwachheit zur Kraft,
vom Irrtum zur Wahrheit,
sogar vom Tod zum Leben,
zum LEBEN IN FÜLLE.
Msgr. Dr. Rupert Stadler
Bischofsvikar
Vikariat Unter dem Wienerwald